Durch die Kunst die Räume des Religiösen verstehen
Himmelsstürmer 2011 eine Nachbetrachtung
Elf Wochen lang wurden in diesem Sommer die mittelalterlichen Innenstadtkirchen Braunschweigs in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Ausstellung „Himmelsstürmer 2011“ präsentierte zehn Künstler aus den BBK Verbänden Leipzig, Bremen und Braunschweig in neun Braunschweiger Stadtkirchen.
Mehr als 35.000 Besucher wurden gezählt und die Gästebücher zeigen, dass viele Besucher aus unterschiedlichen Regionen und Ländern den Weg in die Braunschweiger Bürgerkirchen gefunden haben. „Die Kunst hat mich in diese Kirche gelockt. Jetzt bin ich neugierig auf weitere Kirchen mit Himmelsstürmer. Danke.“ Zitat aus dem Gästebuch der St.-Petri-Kirche.
Waren viele Gäste der Löwenstadt bewusst für die „Himmelsstürmer“ angereist, so hat die Ausstel-lung den Braunschweiger Besuchern noch eine andere Wahrnehmungsdimension beschert. Vielen wurde erst durch die Ausstellung bewusst, welch Vielfalt an historischen Gotteshäusern die Stadt beherbergt. Die Ausstellung bot nicht nur, wie Landesbischoff Weber sagte, „Kunst die nachdenklich macht im Umgang mit Kirchen“ sondern auch ein neues Verständnis für Orte und Räume in dieser Stadt.

Sabina Kaluza und Pastorin Kühnbaum-Schmidt in St. Petri
Die Gemeinden St. Petri und St. Magni gehen was ihre Kirchenräume betrifft sogar noch einen Schritt weiter. Sie überlegen die für ihre Kirchen geschaffenen Arbeiten anzukaufen. Förderer die diese Vorhaben unterstützen möchten, können sich direkt mit der jeweiligen Gemeinde in Verbindung setzen.
Drei Wochen nach Ausstellungsende trafen sich nun diese Woche die beteiligten Organisatoren zu einem Evaluationsgespräch. Gemeindevertreter, Vertreter des Künstlerbundes und der Stiftung Braun-schweigischer Kulturbesitz sind sich darüber einig, dass der Erfolg dieser Ausstellung dazu ermutigt, erneut Himmelsstürmer einzuladen. Kunst und Künstler haben etwas in Bewegung gebracht, das sonst so nicht möglich gewesen wäre. Es ist ein Netzwerk von Gebäuden, Gemeinden und zwischen Künst-lerinnen und Künstlern entstanden, welches bewirkt, dass Kirche als Ort der Gemeinschaft, der Versammlung und der Veranstaltung empfunden wurde. Die Kunstschaffenden haben darüberhinaus die Möglichkeit bekommen, an einmaligen Orten ihre Projekte zu verwirklichen.
Nun wird angedacht das Kirchen-Kunst-Projekt in fünf Jahren zu wiederholen. Da schon der Prophet Jeremia verkünden ließ: „Suchet der Stadt bestes … denn wenn es ihr wohl geht, dann geht es auch euch wohl“, kann in diesem Sinne die Planung nicht früh genug beginnen.


